Sie steht in einer Reihe mit den Wiener Philharmonikern und dem Leipziger Gewandhausorchester: Die Sächsische Bläserphilharmonie, zuhause in Bad Lausick, ist seit 2023 Preisträger des renommierten Opus Klassik als Orchester des Jahres. Verliehen wird dieser an herausragende Musiker, Ensembles, Dirigenten sowie Produktionen.
Der Musikpreis ist Nachfolger des Echo-Klassik. Und er hat wohl auch ein wenig die Tür geöffnet, dass die Sächsische Bläserphilharmonie 2026 auf Konzertreise in die USA geht. Eingeladen ist sie in die Carnegie Hall, einen der berühmtesten Konzertsäle der Welt. Die Bläserphilharmonie tritt beim New York International Music Festival im April 2026 auf. Als einziges professionelles Orchester mit sinfonischer Bläserbesetzung setzt es unter den 129 deutschen Orchestern Maßstäbe in seiner Klangvielfalt. Die Bläserphilharmonie wird über den Kulturraum Leipziger Raum, den die Landkreise Leipziger Land und Nordsachsen bilden, sowie vom Freistaat Sachsen gefördert.
Orchester feiert 75. Geburtstag
Mit einem Sommernachtsball auf der Freilichtbühne „Schmetterling“ in Bad Lausick hat das Konzertorchester im August 2025 seinen 75. Geburtstag gefeiert. Dass es in der Kurstadt Bad Lausick beheimatet ist, ist ein Zufall. Die Geschichte der Sächsischen Bläserphilharmonie beginnt bereits 1950. Damals wird es als Rundfunk-Blasorchester Leipzig gegründet und zum festen Bestandteil des DDR-Rundfunks.
Es folgen viele Live-Konzerte mit unterhaltender Blasmusik. Das DDR-Orchester mit seinem einzigartigen Klang wird international bekannt, spielt in den sozialistischen Bruderländern, aber auch in Japan, Finnland und der Bundesrepublik Deutschland. Doch dann kommen die Friedliche Revolution und die Wiedervereinigung Deutschlands, die einige Veränderungen in der Rundfunk- und Fernsehlandschaft bringen. Das Orchester wird im Jahre 1992 aufgelöst – begleitet von zahlreichen Protesten. Selbst prominente Unterstützung durch Kurt Masur und Gunther Emmerlich hat da nicht geholfen.
Nach Auflösung entsteht ein Konzertorchester
Doch die Musiker halten zusammen und geben nicht auf. Ein kleiner Kreis verbliebener Orchestermitglieder versucht, sich neu zu orientieren und das Ensemble mit all seiner Qualität zu retten. Selbst mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM), wie damals üblich. So kommt es 1995 zur Gründung der „Rundfunk-Blasorchester Leipzig – Bläserakademie Sachsen GmbH“ im Kulturraum Leipziger Raum. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) gestattet die weitere Verwendung des Namens, überlässt dem Ensemble das Notenarchiv mit etwa 8.000 Stücken. Das Ensemble ist kein reines Produktionsorchester für Unterhaltungsmusik mehr. Es entwickelt sich zum Konzertorchester für sinfonische Blasmusik. 2011 erfolgt die Umbenennung zur Sächsischen Bläserphilharmonie.
Deutsche Bläserakademie entsteht
Bei einer Gebietsreform in Sachsen im Jahre 2011 werden die Landkreise Leipzig und Muldental vereint. Als „Hochzeitsgeschenk“ erhält das Orchester ein eigenes Gebäude am Rande des Kurparkes Bad Lausick zum Proben und Arbeiten: die Deutsche Bläserakademie, die Nachwuchs fördert. Im Saal finden auch regelmäßig Konzerte für bis zu 1.999 Gäste statt. „Um die Nachfrage zu befriedigen, spielen wir oft zwei bis dreimal“, erläutert Christian Saalfrank, der geschäftsführende Intendant.
Chefdirigent ist der Österreicher Peter Sommerer, der die Sächsische Bläserphilharmonie 2021 übernimmt und auch an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig lehrt. Zum Klangkörper gehört das Sächsische Bläserquintett, das Solobläser noch zu Zeiten des Rundfunkblasorchesters gründen.
Als Kulturbotschafter Sachsens unterwegs
Das Orchester bietet neben Bad Lausick an sechs weiteren Orten des Kulturraumes Abo-Konzerte an, bespielt aber auch Schlösser, Seebühnen und Industriedenkmale in der Region. Dazu gehört auch die Freilichtbühne Biedermeierstrand am Schladitzer See. Mit jährlich etwa 50 Konzerten in Kitas, Schulen sowie für Babys beteiligt es sich aktiv an der musikalischen Frühförderung. Als Kulturbotschafter Sachsens ist das Ensemble inzwischen weit über die Grenzen des Freistaates unterwegs. Das Gebäude der Deutschen Bläserakademie wird gemeinsam mit der Musikschule sowie der Volkshochschule genutzt.
Stand: 25.10.2025














