Leipziger Kleinmesse

Cottaweg | Ortsteil: Lindenau

Die beliebte Kleinmesse findet drei Mal im Jahr als Frühlings-, Sommer- und Herbstkleinmesse für jeweils rund vier Wochen auf dem Festplatz Cottaweg statt. Neben zahlreichen Fahr- und Laufgeschäften, darunter Riesenrad, Geisterbahn und Autoscooter, sowie Los- und Schießbuden werden auch kulinarische Spezialitäten angeboten. Organisator ist seit 1992 der Leipziger Schaustellerverein. Die Geschichte des traditionsreichen und beliebten Leipziger Volksfestes reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück.

Vom „Fahrenden Volk“ auf der „kleinen Messe“


Jahrmarkt, Kirmes, Rummel: In Leipzig kennt man hierfür seit jeher nur einen Begriff: Kleinmesse. Bereits Ende des 10. Jahrhunderts boten Händler von überall auf einer gemischten Waren- und Schaumesse im Schutz der Burg
urbs Libzi vor Raubrittern ihre Waren feil. Seit es die Leipziger Messe gibt, galt diese nicht nur als international bekanntes Handelsereignis, sondern bot auch eine Zuflucht aus dem eintönigen Alltag. Zu den Händlern gesellte sich das „Fahrende Volk“, darunter Wahrsager, Gaukler, Seiltänzer und Bärenführer, welches am Rande der Handelsgeschäfte in der ganzen Stadt für Unterhaltung sorgte. Löwen, Elefanten, Panoramen und Guckkastenbilder waren beliebte Attraktionen der Messe und schon bald wurden Märkte ohne das bunte Volk unvorstellbar. Einen wesentlichen Aufschwung erfuhr die Kleinmesse durch die Gründung der Stadt Leipzig im Jahr 1165 sowie den knapp hundert Jahre später vom Markgrafen Dietrich von Landsberg erlassenen Schutzbrief, der allen fremden Kaufleuten von und nach den Leipziger Messen Sicherheit für „Person und Habe“ garantierte. Im Jahr 1497 erteilte Kaiser Maximilian I. der Stadt nicht nur das Reichsmesseprivileg, sondern verlieh ihr gleichzeitig auch das Recht zu regelmäßigen Jahrmärkten. Die anfangs als „kleine Messen“ bezeichneten Veranstaltungen sind eng mit Geschichte der Leipziger Messe verbunden, entwickelten sich parallel zum allgemeinen Messegeschehen und erfreuten sich großer Beliebtheit.

Einen großen Raum unter den Schaustellungen nahm bereits seit den ersten Tagen des „Fahrenden Volkes“ die Vorführung seltener oder wilder Tiere ein. Im Mittelalter dominierten insbesondere Magier, Dresseure, Akrobaten und Puppenspieler die Szenerie. Der Überlieferung nach balancierte ein Seiltänzer mit einer Schubkarre vom Turm des Alten Rathauses bis auf den Markt hinunter. Ein Pferd konnte angeblich Geld zählen, die Stunde angeben oder sich betrunken stellen. Wenig später begeisterten die ersten Karussells das Publikum. Die Schausteller, die ihren festen Platz bereits auf den Oster- und Michaelismessen hatten, schlugen ihre Stände, Buden, Kabinette und Menagerien im Stadtzentrum oder auf dem Plätzen auf dem Innenstadtring auf. Besonders beliebt waren der Johannisplatz, der Naschmarkt, der Nikolaikirchhof, der Roßplatz, der Schulplatz und der Fleischerplatz – heute Goerdelerring – und der Königsplatz – heute Wilhelm-Leuschner-Platz. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war eine sichtbare Auflockerung der Schaumesse zu erkennen. Dies war neben der Nutzbarmachung von Elektrizität insbesondere dem Aufkommen neuer Vergnügungseinrichtungen wie der amerikanischen Luftschaukel oder dem nach 1870 erstmals gesehenen Riesenrad zu verdanken.

Traditionelles Volksfest vor dem Frankfurter Tor


Mit den für eine Großstadt notwendigen Bauten wie
Hauptfeuerwache und Markthalle sowie den Straßenbahntrassen wurden immer mehr der einstigen Areale für die Schausteller und Kleinhändler gesperrt. Hinzu kam, dass die sich immer größerer Beliebtheit erfreuenden Fahrgeschäfte und riesigen Schankzelte immer aufwändiger und der Platzbedarf zunehmend größer wurde. Am 1. Februar 1905 stimmten die Stadtverordneten dem Vorschlag der Stadtväter zu, ein eigens für das Volksfest konzipiertes Gelände vor dem Frankfurter Tor einzurichten. Auf einem Teil der ehemaligen Ranstädter Weide zwischen der heute verrohrten Alten Elster und dem damals noch existierenden Leutzscher Weg wurde nördlich der heutigen Arena Leipzig ein befestigter Platz angelegt. Nach nur zwei Jahren Bauzeit wurde das neue Areal der Kleinmesse am 7. April 1907 eröffnet. Auf dem großzügigen Platz waren in vier Längsreihen angeordnet diverse Verkaufsbuden, Hippodrom, eine Berg- und Talbahn, Ponyschule und Luftschaukeln angesiedelt, die neben Panoramen, Kinematographen und Theatern für Zugpferde, Affen, Hunde und Katzen das Bild prägten. Auch ein Panoptikum, ein Irrgarten, Schauzelte, ein Athleten- und Marionettentheater, Kasperletheater, Schießstände und eine Glasbläserei prägten die Szenerie. Nicht wegzudenken war in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Seiferts Oskar, der vom allseits beliebten Händler Oskar Seifert mit sächsischem Charme betrieben wurde. Er machte aus jeder einfachen Verkaufshandlung ein Unterhaltungsprogramm. Der quadratische, nach allen Seiten offene Stand, war stets dicht umlagert von Besuchern, die sich vor den Waren, darunter Nadeln, Garn, Löffel, Kämme und Hosenträger, tummelten.

Auf dem neuen Gelände an der heutigen Friedrich-Ebert-Straße wurden zwischen 1907 und 1935 insgesamt 58 Kleinmessen von der Stadt Leipzig veranstaltet. Als die Nationalsozialisten am Frankfurter Tor einen riesigen Aufmarschplatz namens „Adolf-Hitler-Feld“ einrichteten, musste die Kleinmesse 1936 ihren Standort auf das ausgedehnte Areal auf Lindenauer Seite des Elsterflutbetts am Cottaweg verlegen.

„Kommse näher, kommse ran!“ – Von Twister bis Fliegerkarussell


Im Zweiten Weltkrieg kam die Kleinmesse zum Erliegen. Die Einschränkungen und das teilweise gänzliche Verbot der Veranstaltungstätigkeit, die Einberufung der Männer zur Wehrmacht und Bombenschäden machten ein Reisen nach Schaustellerart beinahe unmöglich. Als größte Attraktion galt bis dahin die „Himalaya-Gebirgsbahn“, eine hölzerne Achterbahn mit einer Größe von 173 mal 28 Metern. Diese wurde nach dem Krieg nicht mehr in Betrieb genommen, stattdessen wurde mit deren Holz das schwer beschädigte Dach des
Alten Rathauses repariert. Noch vor der ersten Mustermesse nach dem Krieg im Mai 1946 kehrte die Kleinmesse einen Monat zuvor im April zurück und entwickelte sich erneut zum beliebtesten Volksfest in der Region. Es lockten neben Geisterbahnen, Kettenkarussell und Auto-Scooter auch Attraktionen wie das große Karussell „Nuckelpinne“ von Hermann Kunth oder die Schiffs- und Überschlagschaukel „Rinck’s Looping the loop“. Die sozialistische Mangelwirtschaft bereitete den Schaustellern anfangs Schwierigkeiten, darunter eine frühzeitige Schließung um 21 Uhr, ein Verbot von Bierausschank, eine Zuteilung von Material und Treibstoff und eine Verweigerung der Gewerbeerlaubnis. Mit viel Geschick und Eigeninitiative gelang es den Schaustellern, ihre alten Karussels bestmöglich auf dem neuesten technischen Stand zu halten und Neuheiten zu entwickeln. Walter Seifert baute beispielsweise nach dem Krieg das druckgesteuerte Fliegerkarussell „Kosmoplane“, während Erich Schleinitz den hyraulischen „Weltenraumbummler“ und sein Sohn Bernd Schleinitz einen elektronischen Schießstand sowie das „Drehende Haus“ entwickelte. Der DDR-Staatszirkus war mit modernen westlichen Fahrgeschäften ausgestattet, darunter Baby-Flug, Twister und Satellit. Viele Leipziger verbinden mit der Erinnerung an die Kleinmesse zu DDR-Zeiten auch Geflügelbratwurst ohne Darm, Waffeln mit Schlagschaum oder rote Fassbrause für 21 Pfennige. 1957 ging ein großer Teil des Platzes an den VEB Kraftverkehr. Dennoch blieb der Zuspruch ungebrochen: Allein im Jahr 1978 wurde die durchschnittliche Besucherzahl der Kleinmesse mit 600.000 beziffert.

Mit der politischen Wende brach auch für das beliebte Volksfest eine neue Ära an. Die Schausteller mussten mit großem Einsatz um den Erhalt des Kleinmesseplatzes kämpfen. Am 23. Januar 1990 wurde der 1886 gegründete Leipziger Schaustellerverein e.V. reaktiviert, der seit 1992 eigenverantwortlich drei mehrwöchige Kleinmessesaisons auf dem Festplatz Cottaweg auf einer Fläche von rund 40.000 Quadratmetern mit ca. 40 Schaustellern organisiert. Die Kleinmesse ist nach wie vor ein Publikumsmagnet. An Familientagen locken ermäßigte Preise, an Samstagen die traditionellen Höhenfeuerwerke.

Stand: 29.11.2023

Bildergalerie - Leipziger Kleinmesse

Historisches Bildmaterial - Leipziger Kleinmesse

Rundgang – SpinnereiGalerien

Spinnereistraße 7 / Leipziger Baumwollspinnerei | Ortsteil: Lindenau

Drei Mal im Jahr – im Frühling, Herbst und Winter – finden an Wochenenden auf dem Gelände der ehemaligen Leipziger Baumwollspinnerei die Rundgänge der SpinnereiGalerien statt, die tausende Besucher und Medienvertreter aus aller Welt anziehen. Rund ein Dutzend Galerien und die HALLE 14 präsentieren neue Ausstellungen. Auch die Mehrzahl der in rund hundert Künstlerateliers und Werkstätten tätigen Kreativen lädt die Besucher ein, hinter die Kulissen zu schauen. Ob Maler, Fotograf, Designer oder Schmuck- und Modemacher – der Rundgang bietet eine hervorragende Möglichkeit, mit den hier lebenden und arbeitenden Künstlern der ehemaligen Fabrikstadt ins Gespräch zu kommen. 

Der erste Rundgang – Spinnerei Galerien fand in der heutigen Form im Jahr 2005 statt und baute auf dem Konzept des Galerienrundgangs von Michael Berninger und Bernd Tischer von der Culturtraeger GmbH auf. Diese hatten zuvor fünf Jahre lang die Liebhaber der zeitgenössischen Kunst zu Rundgängen eingeladen, damit diese städtische Museen, öffentliche Galerien sowie private kommerzielle Galerien entdecken. Ein Shuttle-Service erleichterte die Wege von der Innenstadt zur Baumwollspinnerei und zu den weiter entfernten Museen und Galerien. Seit Ende 2005 lädt die Baumwollspinnerei zu ihren eigenen Rundgängen ein. Zu sehen sind vor allem Werke aus Malerei, Fotografie, Skulptur und zahlreiche Installationen von nationalen und internationalen Künstlern. 

Für Kulturinteressierte haben während der Rundgänge auf dem Spinnerei-Gelände auch der Künstlerbedarf „boesner“, verschiedene Druckereien, das Künstlerbuch „Lubok“ sowie die gemeinnützige HALLE 14 geöffnet. Besonders letzte empfiehlt sich für einen Besuch. Nachdem der 1890/91 errichtete Industriebau zehn Jahre leer gestanden hatte, trafen sich im Dezember 2002 auf dem Spinnereigelände Wissenschaftler und Künstler aus verschiedenen Ländern, um über die Umnutzung von Industriebauten zu diskutieren. Fünf Jahre später eröffnete in der HALLE 14, deren Umbau vom Leipziger Architekturbüro Quartier Vier und dem Künstler Tilo Schulz umgesetzt wurde, das Besucherzentrum und die Kunstbibliothek mit in den Wänden integrierten Regalen und über 15.000 Büchern und anderen Medien. An der Besuchertheke kann man sich auch während des Rundgangs über die Ausstellungen in der HALLE 14 und in den anderen Galerien auf dem Spinnereigelände informieren. Als Treffpunkt und Ruhezone dient ein tribünenartig aufgebauter Bereich rechts neben dem Eingang. Der fünfgeschossige, rund 20.000 Quadratmeter große Bau, ist nach seiner Sanierung Heimstatt für viele Kreative und präsentiert im hinteren Bereich auf rund 2.000 Quadratmetern zeitgenössische Kunst. 

Nach der Schließung der im Jahr 1907 größten Baumwollspinnerei Kontinentaleuropas entstand Anfang der 1990er Jahre eine der interessantesten Produktions- und Ausstellungsstätten für zeitgenössische Kunst und Kultur in Europa. Seit 2001 fördert eine Verwaltungsgesellschaft und Geschäftsführung den allmählichen Aus- und Umbau der Gebäude und trug dazu bei, dass die Spinnerei zu dem wurde, was sie heute ist. Die Fabrikstadt genießt inzwischen hohes internationales Ansehen.

Stand: 27.09.2023

Bildergalerie - Rundgang – SpinnereiGalerien

Leipziger Weinfest

Markt | Ortsteil: Zentrum

Das Leipziger Weinfest findet alljährlich über eine Woche in den Sommermonaten statt und wird vom Marktamt der Stadt Leipzig veranstaltet. Auf dem Markt bieten etwa 30 Aussteller aus ganz Deutschland und einigen europäischen Ländern ihre Weine zum Genießen an. Das ursprünglich in den späten 1990er Jahren als Promotionsveranstaltung ins Leben gerufene Weinfest hat sich mittlerweile als eine der beliebtesten und bestbesuchten Veranstaltungen etabliert. Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit Live-Musik und aufwändig geschmückte Stände und Sitzbänke runden den Weingenuss ab.

Alljährlich zur Sommerzeit verwandelt sich der Leipziger Markt vor dem Alten Rathaus im Rahmen des Weinfestes in die größte Weinstube der Stadt. Winzer aus verschiedenen Anbaugebieten in Sachsen, ganz Deutschland und Europa – von Ungarn über Österreich bis Südtirol und Frankreich – bieten an ihren aufwändig gestalteten Verkaufsständen hochwertige Weine zum Verkosten und Genießen an.

Sachsens 800jährige Weintradition


Die sächsische Weintradition reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück, als ein Mönch aus dem
Kloster Altzella erstmals von einer Weinstraße in der Region berichtete. Bereits zu Zeiten des Bischofs Benno von Meißen soll in der Region Wein angebaut worden sein. Überlieferungen aus dem Jahr 929 n. Chr. zufolge berichteten auch die Truppen von Heinrich I. von diversen Weinstöcken im Elbtal. In einer Urkunde von 1161 wurde die Existenz von Weinbergen im Meisatal bestätigt. Das höfische Weingut Hoflößnitz rief schließlich im 17. Jahrhundert das 6.000 Hektar umfassende sächsische Weinanbaugebiet ins Leben, welches später aufgrund des Baubooms und der Reblaus fast vollständig zerstört und im Jahr 1907 offiziell als verseucht deklariert wurde. Mit dem Ende der DDR wurden in den 1990er Jahren rund 220 Hektar neu aufgerebt. Die Sächsische Weinstraße, welche zwischen Pirna und Diesbar-Seußlitz verläuft, wurde offiziell im Jahr 1992 eingeweiht. Der Weinbau in Sachsen entwickelte sich zu einem Aushängeschild für die Region mit einem vielfältigen Angebot, welches jedes Jahr zahlreiche Besucher und Weinwanderer anlockt. Heute zählt das Weinbaugebiet Sachsen als nordöstlichstes sowie kleinstes zusammenhängendes seiner Art in Deutschland. Seit der Aufrebung in den 1990er Jahren hat sich das Weinbaugebiet flächenmäßig verdoppelt und umfasst mittlerweile rund 492 Hektar Rebfläche, welche von etwa 2.500 Winzern bewirtschaftet wird.

Von der kleinen Promotionsveranstaltung zu Leipzigs größter Weinstube


Das Leipziger Weinfest startete ursprünglich als Promotionsveranstaltung eines rheinländischen Weinbauverbandes in den späten 1990er Jahren. Nachdem diese die ersten Jahre gut angenommen wurde, sollte das Format vom Veranstalter wenig später eingestellt werden. Da die involvierten Winzer von Leipzig sehr angetan waren, plädierten sie für eine Fortführung des Weinfestes durch das Marktamt der Stadt Leipzig, welches bis dahin als genehmigende Behörde involviert war. Das Marktamt übernahm die Veranstaltung in Eigenregie und öffnete das Weinfest ab 2007 für weitere Regionen und Anbieter. Zu diesem Zeitpunkt war das Fest mit acht bis elf Teilnehmern recht überschaubar. Im Jahr 2014 wurde das Konzept durch Marktamtsleiter
Walter Ebert und sein Team überarbeitet. Die Winzer warb man aktiv an. Dadurch wurde die Veranstaltung immer erfolgreicher, so dass weitere interessierte Winzer und Besucher nach Leipzig kamen und sich das Format als eine der beliebtesten Veranstaltungen etablierte. Im Pandemiejahr 2021 konnte das Weinfest als eine von wenigen größeren Veranstaltungen in Leipzig unter strengen Auflagen, mit reduzierter Teilnehmerzahl und 17 Ständen stattfinden. Waren auf dem Weinfest ursprünglich nur deutsche Winzer anwesend, sind seit einigen Jahren auch Weingüter aus Ungarn, Österreich, Südtirol und Frankreich vertreten.

Ein Glas Rotes in stimmungsvoller Atmosphäre


Eröffnet wird das Weinfest jedes Jahr von der amtierenden sächsischen Weinkönigin, welche alljährlich im Herbst vom Sächsischen Weinbauverband gewählt wird. Zu den Aufgaben der Repräsentantin des sächsischen Weinbaugebietes zählen zahlreiche Termine im Jahr, wie die Eröffnung von Weinfesten, Messen sowie Gespräche mit Presse-, Rundfunk- und Fernsehvertretern. Voraussetzung für die Wahl sind u.a. gute Kenntnisse über das sächsische Weinbaugebiet und nicht zuletzt die Freude am Wein.

An rund 30 Weinständen können neben den etwa 200 verschiedenen Weinen auch Sekte, Weintraubenliköre und Weinbrände verkostet werden. Zu den Stammgästen und langjährigen Ausstellern, die vom Weinfest nicht mehr wegzudenken sind, zählen die sächsische Kelterei Oese, das sächsische Weingut Schloss Wackerbarth und die Winzergenossenschaft Freyburg aus Sachsen-Anhalt. Mehrere Gastronomen bieten auf dem Weinfest zudem weintypische Speisen an, darunter Käseplatten und Flammkuchen. Ein tägliches Bühnenprogramm mit Live-Musik, von Rock bis Jazz, rundet die Veranstaltung ab. Die Weinfreunde können in stimmungsvoller Atmosphäre auf einer der Sitzbänke ein Glas Wein genießen. Die Besucherzahlen des sich seit Jahren auf Wachstumskurs befindlichen Weinfestes bewegen sich zwischen 25.000 und 30.000. 

Stand: 27.09.2023

Leipziger Markttage

Markt / Salzgässchen / Nikolaikirchhof | Ortsteil: Zentrum

Die Leipziger Markttage werden jedes Jahr im Herbst für 10 Tage in der Innenstadt veranstaltet. Sie fanden erstmals vom 30. September bis 10. Oktober 1976 statt. Auf 13.100 Quadratmetern boten etwa 600 Handelsleute aus Leipzig und allen Bezirken ihr vielfältiges Warenangebot an. Damals wie heute umfassen die Markttage neben dem Handelsgeschehen ein vielfältiges gastronomisches und kulturelles Angebot. Zu den Highlights zählen die Marktbühne mit einem Musikprogramm, der historische Handwerkermarkt im Salzgässchen und der Erntedankbrunnen auf dem Nikolaikirchhof.

Buntes Handels- und Messetreiben zwischen Via Regia und Via Imperii


Leipzig blickt auf eine lange Tradition als Handels- und Messestadt von internationalem Rang zurück. Bereits im Zuge der sorbischen Besiedlung im 7. Jahrhundert wurde hier unter dem Namen Lipzk „Ort bei den Linden“ ein wichtiger Handelsstützpunkt begründet. Die Verleihung des Stadt- und Marktrechts durch Markgraf
Otto der Reiche im Jahr 1165 gilt zugleich als Gründungsjahr der Stadt. An der Kreuzung der beiden europäischen Handelsstraßen Via Regia und Via Imperii gelegen entwickelte sich Leipzig zu einem wichtigen Zentrum des Handels sowie des Austauschs von Waren und Informationen zwischen den Bürgern. Nachdem Kaiser Maximilian I. der Stadt 1497 das Messeprivileg verlieh, wurden die bis dahin drei Mal jährlich abgehaltenen Märkte zu Reichsmessen erhoben und den im Umkreis von 15 Meilen liegenden Städten ein Verbot zur Durchführung von Märkten erteilt. Leipzig entwickelte sich zu einer Messestadt von europäischem Rang. Der seit 1420 überlieferte Hauptmarkt diente als Zentrum des Handels während den abgehaltenen Messen. Im Mittelalter fanden sich hier Handelsleute und Bauern aus den umliegenden Dörfern zusammen, um auf dem Wochenmarkt ihre Waren feilzubieten. Aufgrund ihrer Bedeutung für eine regelmäßige und geordnete Versorgung der Bürger und den damit verbundenen Geldeinnahmen wurden die Märkte vom Landesherrn und dem Stadtrat gefördert. Letztere wachten zugleich auch mittels Marktordnungen über das Markttreiben. Zu Zeiten der Warenmesse konzentrierte sich der „Meßverkehr“ um den Markt. Hierher brachten die Fuhrleute ihre in Kisten und Ballen verpackten Waren zum Verkauf. Vor deren Lagerung in den Speichern wurden sie an der Alten Waage registriert und der sogenannte Meßzoll bezahlt.

Herbstmarkt 1976: Von Fuhrmannskneipe, Schmöllner Mutzbraten und den „Klein-Pariser Marktmusikanten“… 


Die Leipziger Markttage fanden erstmals vom 30. September bis zum 10. Oktober 1976 statt. Ziel war es, die Versorgung der Bevölkerung mit Konsumgütern und Dienstleistungen des Handels in der Innenstadt noch attraktiver zu gestalten und bessere Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen. Im Mittelpunkt stand die Demonstration der Leistungskraft des Handels und die Positionierung der Leipziger Markttage als Besuchermagnet über die Stadtgrenzen hinaus. Damit sollten sie sich deutlich von den bis dahin üblichen Bauernmärkten abheben. Deshalb sah ein Beschluss des Bezirkstages vom Juni 1976 im
Neuen Rathaus eine zukünftig jährliche Durchführung der Leipziger Markttage im September / Oktober vor. Neben den Leipziger Handelsbetrieben sowie sämtlichen gastronomischen Einrichtungen der Stadt waren an der Umsetzung auch rund 600 Verkäufer aus 13 Kreisbetrieben des Bezirkes mit einem umfangreichen Warenangebot beteiligt. Darunter befanden sich 65 Kooperationspartner und 42 Betriebe aus dem Bezirk, darunter die Binnenfischerei Wermsdorf, die Groitzscher Schuhfabrik sowie die Brauerei Krostitz.

Auf einer Fläche von 13.100 Quadratmetern waren im Bereich Markt, Salzgässchen, Sachsenplatz, Brühl und Hainstraße zahlreiche Verkaufsbereiche mit originellen Ständen angesiedelt. Neben Speis‘ und Trank machten die Industriewaren mit etwa 60 Prozent den größten Teil des Angebots aus. Ziel war es zudem, neue und traditionelle Verkaufsformen zu demonstrieren. So gab es etwa im Salzgässchen einen „Historischen Markt anno 1650“, während Pferdewagen, eine „Fuhrmannskneipe“, rustikale Verkaufsstände, eine Postsäule und Verkäufer in historischen Trachten für eine für das Leipzig um 1650 typische Atmosphäre sorgten. In der Reichsstraße konnten auf dem „Leipziger Künstlermarkt“ an verschiedenen Ausstellungs- und Verkaufsständen kunstgewerbliche Waren, Gemälde und Grafiken begutachtet werden. Ebenfalls in der Reichsstraße angesiedelt war der „Basar am Sachsenplatz“, wo Blumen, Textilien und Schallplatten sowie handgearbeitete Gegenstände verkauft wurden. Wenige Meter weiter konnten im „Leipziger Allerlei“ Gebrauchtwaren verschiedenster Art entdeckt werden. Auf dem „Bauernmarkt“ auf dem Markt wurden neben deftigen Speisen aus dem „Bauerndorf“ nützliche Haushaltswaren angeboten. Ein Highlight war die 185 Meter lange Verkaufsstraße „Brühl Boutiquen“, wo Produktionsbetriebe des Bezirkes in Zusammenarbeit mit dem Handel eine interessante Leistungsschau mit Verkauf darboten. Auf dem „Wirtschaftsmarkt“ auf dem Richard-Wagner-Platz wurde neben einem reichhaltigen Sortiment an Handwerkszeug und -material der berühmte Schmöllner Mutzbraten zum Verkauf angeboten. Am „Treff am Sachsenplatz“ konnten die Besucher abseits des Marktgeschehens in zahlreichen gastronomischen Einrichtungen unterschiedlicher Art verweilen. Am Naschmarkt luden Imbissbuden, darunter eine Löffelstube, sowie ein Angebot an Fisch- und Schlachtspezialitäten nach einem Marktbummel zum Verweilen ein. Zum Angebot zählten außerdem Betriebe aus dem Bezirk und deren Spezialitäten, darunter die Oschatzer Fischgaststätte, die Grimmaer Waldgaststätte und die Bornaer Bergmannsgaststätte sowie der Kaffeegarten. Angeboten wurden u.a. Delitzscher Pralinen, Torgauer Krüge und Geithainer Töpfe. Eine Kunstgewerbegalerie, Verkaufsstände des Buchhandels und des Antiquariats sowie ein Briefmarkentausch rundeten das Angebot ab.

Bestandteil der zur Tradition gewordenen Markttage war ein abwechslungsreiches Kulturprogramm am „Bauernmarkt“ und „Künstlermarkt“. Auf dem Balkon des Alten Rathauses wurde vormittags Turmmusik gespielt. Am Nachmittag sorgten auf der Podiumsbühne am Markt zahlreiche Kulturschaffende, darunter das historische Bläserquartett der Stadtwache von 1880, der Leierkastenmann Ludwig, der ambulante Händler Hermann Connewitzer, die „Leipziger Moritaten und Balladen“ sowie die „Klein-Pariser Marktmusikanten“, für Unterhaltung und eine lockere Atmosphäre. Mit einem Umsatz von insgesamt rund 4,4 Millionen Mark, dem Verkauf von 4.300 Büchern, 3.200 Schallplatten, 2.500 Paar Schuhen, 17.500 Mutzbraten, 20.600 Griebenfettstullen, 127.000 Portionen Kräppelchen, 300.000 Eilenburger Pumpernickel, 60.000 Rostbratwürsten und 84.000 Stück Kuchen war die Erstauflage der Leipziger Markttage 1976 ein voller Erfolg.

Markttage heute: Zwischen ausgelassener Stimmung auf der Marktbühne und mittelalterlichem Flair auf dem historischen Handwerkermarkt


Neben dem Handels- und Marktgeschehen gibt es ein vielfältiges gastronomisches und kulturelles Angebot. Die umfangreichen Flaniermeilen bieten Platz für rund 80 Stände. Auf dem Markt als Zentrum der Leipziger Markttage wird täglich auf der Marktbühne ein abwechslungsreiches Programm mit Live-Musik von einheimischen und auswärtigen Künstlern unterschiedlicher Genres geboten. Auch die angrenzenden Bereiche sind mit verschiedenen gewerblichen Angeboten in das Marktgeschehen eingebunden. Angelehnt an die Ursprünge der Leipziger Markttage findet im Salzgässchen der historische Handwerkermarkt mit Handwerks- und Schankhütten bei mittelalterlicher Musik statt. Auf dem Nikolaikirchhof wird traditionell am Eröffnungswochenende der Leipziger Markttage der Brunnen als Erntedankbrunnen mit Erntedankkrone gestaltet sowie mit Erntegaben, darunter Getreide, Blumen, Gemüse und Obst, festlich dekoriert. Am darauffolgenden Sonntag findet traditionell in der
Nikolaikirche der Erntedankgottesdienst statt, der allen Besuchern offensteht.

Stand: 27.09.2023

Bildergalerie - Leipziger Markttage

Historisches Bildmaterial - Leipziger Markttage

Internationale Ostereierbörse Leipziger Eierlei

Alte Handelsbörse, Naschmarkt 2
Ortsteil: Zentrum

Die seit über 25 Jahren existierende Ostereierbörse findet jährlich während der Osterfeiertage von 10 bis 18 Uhr im Saal der Alten Handelsbörse statt. Rund 30 Aussteller sind präsent, die aus Deutschland und dem Ausland kommen. Wer die Ostereierbörse besucht, kann die in Farben und Formen einzigartigen Kunstwerke nicht nur bestaunen und kaufen, sondern erfährt auch viel über deren Herstellung. 

Bei den verzierten Eiern handelt es sich nicht nur um Hühnereier, sondern auch um Wachteleier, Wellensitticheier, Gänseeier und Straußeneier. Diese wurden kunstvoll mit verschiedenen Techniken behandelt. So können die Besucher sorbische Wachstechniken, schlesische Kratztechnik und Wachsbossiertechnik aus Böhmen und Rumänien bestaunen. Auch Batiktechniken erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Zur ausgestellten Vielfalt zählen auch ganz moderne Ei-Objekte, Materialcollagen, Skulpturen oder Eier im Stil von Fabergè. Für die Gestaltung der Eier werden feine Pinsel, heißes Wachs, spitze Bohrer oder andere Hilfsmittel genutzt, um die zarten Kalkschalen kunstvoll zu bearbeiten.

Ein beliebtes Thema für die Künstler, die Eier gestalten, ist die Bemalung mit Ostermotiven, Blütenmustern, Naturmotiven oder japanischer Zeichenkunst. Die Besucher von „Leipziger Eierlei“ können an den Ständen rund 8.000 bemalte Ostereier bewundern. Wer ein originelles Ostergeschenk nach seinem Geschmack sucht, wird gewiss fündig. 

Bildergalerie - Internationale Ostereierbörse Leipziger Eierlei

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