Der Ort Kriebstein hat eine lange Geschichte, die mit dem Bau der Burg beginnt. Und wie bei allen alten Burgen, erzählt man sich auch über die in Kriebstein so manche Dinge. Der Sage nach wurde die Burg Kriebstein vom Ritter Dietrich von Staupitz eingenommen. Daraufhin belagerte sie der Markgraf Friedrich der Streitbare. Nach einiger Zeit bat die Gemahlin des Ritters, sie und die anderen Frauen mit ihren wertvollsten Dingen gehen zu lassen. Damit war der Markgraf einverstanden. Die Frauen sollten die Burg verlassen und mitnehmen, was sie tragen konnten. Alsdann nahmen die Frauen ihre Männer auf den Rücken und verließen die Burg Kriebstein.
Die Burg und Papier erzählen die Geschichte von Kriebstein
Das Gebiet um Kriebstein gehörte zur Markgrafschaft Meißen und wurde an Dietrich von Beerwalde verliehen. Dieser ließ um 1400 die Burg als Wohnsitz der Familie errichten. Nach dessen Tod blieb die Burg Familienbesitz. Erst 1465 kaufte sie der Obermarschall des sächsischen Kurfürsten Ernst Hugold III. von Schleinitz.
Ernst von Schönburg übernahm Kriebstein 1529 und nur wenige Jahre später (1537) kaufte es Herzog Georg der Bärtige, der es 1543 an Georg von Carlowitz verkaufte. Sein Herrschaftsgebiet umfasste neben Kriebstein mit 33 Dörfern auch die Städte Waldheim und Hartha. Nach Carlowitz` Tod teilte man das Gebiet unter seinen Söhnen auf.
Als der sächsische Kurfürst Christian I. Kriebstein 1588 kaufte, kam es wieder in die Hände der Wettiner. Er ordnete das Gebiet dem Amt Rochlitz zu. Die Familie Schönberg und die Herren von Milkau waren die Besitzer der Kriebstein im 17. Jahrhundert. 1825 kaufte Hanscarl von Arnim die Burg. Der Familie gehörte sie bis zur Enteignung 1945.
Neben der Geschichte der Burg prägt auch die Papierfabrik Kübler & Niethammer den Ort. Alles begann mit einer Mühle am Fuße der Burg Kriebstein. In ihr wurden Graupen gemahlen und Öl hergestellt. Als diese 1844 abbrannte, wurde sie als Papiermühle wieder aufgebaut. Nach dem Tod von Kübler übernahm Niethammer die Geschäfte und erweitertet die Papierfabrik. So erhielt sie zum Beispiel 1869 eine Gasanlage zur Beleuchtung der Fabrik und den dazugehörigen Arbeitsräumen und 1873 eine „Freiwillige Fabrikfeuerwehr“. Um die benötigte Energie zu erzeugen, kaufte Niethammer das Grundstück von den Herrn Sahrer von Sahr zu Ehrenberg (sie hatten das Wasserrecht der Zschopau), konnte dann die Wasserkraft erweitern und weitere Maschinen damit betreiben. Im Laufe der Zeit wurde die Kriebsteiner Papierfabrik immer wieder modernisiert. So erhielt sie 1905 eine Filteranlage zur Abwasser-Reinigung. Und auch für die Weiterentwicklung des Papiers wurde im Laboratorium (ab 1925) gesorgt. Trotz der vielen Schwierigkeiten – während der beiden Weltkriege und der DDR-Zeit – wird in Kriebstein auch heute noch Papier hergestellt.
Es gibt viel zu entdecken
Bei dem Namen Kriebstein ist der erste Gedanke sicherlich – die Burg. Die „schönste Ritterburg“ Sachsens – wie sie auch bezeichnet wird – gehört heute zum Schlösserland Sachsen und thront hoch oben auf einem Felsen direkt an der Zschopau. Sie bietet für große und kleine Entdecker viel zu sehen und zu erleben.
Auf dem Berg gegenüber der Burg Kriebstein findet man das Schloss Ehrenberg und Kunst in den verschiedensten Formen. Leider ist das Schloss (das Hauptgebäude) heute nur noch eine Ruine. Doch in den Nebengebäuden kann der Besucher Galerien, Ateliers, Werkstätten und ein Museum, dass die Geschichte des Schloss Ehrenberg erzählt, besuchen. In den Gebäuden sowie im anliegenden Schlosspark mit Bühne finden unterschiedliche Ausstellungen und Veranstaltungen statt.
Wer Events mit Seeblick genießen will, sollte die Seebühne Kriebstein an der Talsperre besuchen. Hier finden vom Frühjahr bis zum Herbst Theateraufführungen und Konzerte statt. Auf der Talsperre selbst kann man zudem per Motorschiff eine Rundfahrt unternehmen oder sie mit der Fähre überqueren. Aber auch zum Angeln und Baden lädt sie ein. Die weitläufigen Waldflächen rund um die Talsperre bieten viele Möglichkeiten zum Wandern. Wandern kann man – auch bei Kriebstein – auf dem Lutherweg Sachsen. Die Stadt ist Station 12 zwischen Waldheim und Mittweida.
Eine besondere Art von Übernachtungen findet man ebenfalls an der Talsperre Kriebstein. Im Baumhaushotel Kriebelland kann man in Baumhäusern übernachten. Diese werden in verschiedenen Größen und Ausstattungen angeboten. So ist zum Beispiel das Baumhaus JURTE ein großes „Zelt“ mit Terrasse und Blick zur Talsperre. Trotz der Bezeichnung gehören Annehmlichkeiten, wie ein „Waldbadezimmer“ mit Dusche und WC, Heizung, Kühlschrank, Wasserkocher oder Kaffeemaschine zum Inventar.
Kriebstein und sein geduldiger Zeitgenosse
Einen großen Teil der Wirtschaft von Kriebstein machten bis 2023 die beiden Papierfabriken (Fesco GmbH und WEPA Hygienepapier) mit zwei unterschiedlichen Produktionspaletten aus. Kübler & Niethammer (Fesco Papier GmbH) stellte vor allem Papier für den Druck, für Tapeten, Etiketten und Geschenkpapier her. Zu den Produkten von WEPA Hygienepapier gehören zum Beispiel Taschentücher, Servietten, Handtuchpapier und Küchentücher. Nach der Insolvenz von Kübler & Niethammer wurden Teile des Werkes von WEPA übernommen und bleiben damit erhalten.
Strom aus Wasser…
… wird an der Talsperre Kriebstein erzeugt. Durch die 235 Meter lange und 34 Meter hohe Staumauer entsteht nicht nur die Talsperre, die zum Verweilen einlädt, sie bietet auch die Möglichkeit der Stromproduktion. Mit der Kraft des Wassers werden drei Turbinen angetrieben und so für etwa 9.000 Haushalte Energie hergestellt.
Kriebstein und seine gute Lage…
… bietet weitere Ausflugsziele. So ist es nicht weit bis nach Waldheim, in die Hochschulstadt Mittweida oder nach Leisnig mit der Burg Mildenstein. Die Freizeitparks Sonnenlandpark in Lichtenau oder Karls Erlebnis-Dorf in Döbeln sind gut zu erreichen.
Stand: 20.01.2026














