Foto: Leipzig - Gedenktafel: Befreiung durch die US Armee

Gedenktafel – Befreiung Leipzigs durch die US-Armee

Dittrichring 24 | Ortsteil: Zentrum
Inhalt des Beitrags
Audiobeitrag: Gedenktafel – Befreiung Leipzigs durch die US-Armee

Der Zweite Weltkrieg stand kurz vor dem Ende. Amerikanische Truppen der 2. und der 69. Infanteriedivision erreichten am Abend des 18. April 1945 Leipzig und befreiten die Stadt von der nationalsozialistischen Diktatur. Die Amerikaner bezogen im Gebäude Dittrichring 24, der heutigen Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, ihr Quartier und richteten hier die Alliierte Militärregierung sowie das Hauptquartier des VII. US-Armee-Korps ein.

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Fotogalerie - Gedenktafel – Befreiung Leipzigs durch die US-Armee

Stadtverwaltung beschließt Anbringung einer Gedenktafel


An die
Befreiung Leipzigs durch die Amerikaner erinnert eine bronzene Gedenktafel an der „Runden Ecke“. Die Leipziger Ratsversammlung hatte am 15. September 2010 den Beschluss gefasst: „An die Befreiung Leipzigs durch die amerikanischen Truppen soll mit einer angemessener Gedenktafel erinnert werden.“

Die Gedenktafel wurde vom Leipziger Künstler Harald Alff gestaltet und am 18. April 2011 durch Oberbürgermeister Burkhard Jung und US-Generalkonsulin Katherine Brucker offiziell eingeweiht. Sie ist 23,5 x 175 cm groß und wurde in der Bronzebildgiesserei Noack Leipzig gegossen.

Der in deutscher und englischer Sprache verfasst Text auf der Gedenktafel lautet:

„Zu Ehren der Truppen der 2. und 69. Infanteriedivision der US-Armee, die Leipzig am 18. April 1945 von der nationalsozialistischen Diktatur befreiten. In diesem Gebäude befand sich bis Ende Juni 1945 die Militärregierung und das Hauptquartier des VII. US-Armee-Korps.“

Bei seiner Rede sagte Burkhard Jung, dass mit der Einweihung der Gedenktafel nun endlich dem Tatbestand der Befreiung Leipzigs und dem sofortigen Aufbau demokratischer Strukturen Rechnung getragen wird, der in den letzten Jahrzehnten ignoriert wurde. Jung bedauerte, dass mit dem Einzug der Roten Armee Anfang Juli 1945 die Hoffnungen auf den Aufbau einer Demokratie im Keim erstickt wurden. Gerade das Gebäude der „Runden Ecke“, in dem die Stasi über Jahrzehnte ihren Sitz hatte, symbolisiere die Zerrissenheit dieser Zeit in besonderem Maße. Es sei fast ein Hohn, dass der sowjetische Repressionsapparat und später die Staatssicherheit im gleichen Gebäude Quartier bezogen, wie kurz zuvor die Befreier, so Jung.

Jedes Jahr finden an der Gedenktafel vor der „Runden Ecke“ Gedenkveranstaltungen statt, oft in Verbindung mit dem Capa-Haus und dem Völkerschlachtdenkmal, um an die Befreiung Leipzigs vom Nationalsozialismus zu erinnern, wie z.B. zum 80. Jahrestag 2025 mit der Ausstellung des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig „Wege der Befreiung“.

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Amerikaner bauten demokratische Strukturen auf


Am 19. April 1945 veröffentlichte die Alliierte amerikanische Militärregierung von Leipzig die Proklamation Nr. 1 des alliierten Oberbefehlshabers und späteren US-Präsidenten,
Dwight D. Eisenhower. Darin hieß es „Wir kommen als siegreiches Heer, jedoch nicht als Unterdrücker. In dem deutschen Gebiet, das von Streitkräften unter meinem Oberbefehl besetzt ist, werden wir den Nationalsozialismus und den deutschen Militarismus vernichten, die Herrschaft der NSDAP beseitigen, die NSDAP auflösen sowie die grausamen und ungerechten Rechtsätze und Einrichtungen, die von der NSDAP geschaffen worden sind, aufheben. Den deutschen Militarismus, der so oft den Frieden der Welt gestört hat, werden wir endgültig beseitigen.“

Umgehend begannen die Amerikaner in Leipzig demokratische Strukturen aufzubauen und ernannten am 23. April 1945 den Leipziger Rechtsanwalt Wilhelm Johannes Vierling als neuen Oberbürgermeister und setzten den bis 1933 amtierenden Polizeipräsidenten Heinrich Fleißner wieder in sein Amt ein. Die Amerikaner sorgten in dieser Situation dafür, dass die notwendigsten Dinge zum Überleben geregelt wurden. 

Besatzungswechsel verhindert demokratische Weiterentwicklung


Die Stadt glich beim Einzug der US-Armee einem Trümmerfeld. Erst wenige Tage zuvor, am 10. April 1945, hatte der letzte Großangriff britischer Bomberverbände mehr als 300 Todesopfer gefordert. Die schreckliche Bilanz des Krieges: Tausende Leipziger fielen an den verschiedenen Frontabschnitten und rund 6.000 Todesopfer forderten die insgesamt 24 alliierten Luftangriffe. Über 90.000 Wohnungen (damals 41 Prozent des Gesamtbestandes) waren zerstört oder beschädigt. 

Der demokratische Aufbau wurde mit der Übernahme der Stadt durch die Rote Armee für weitere fast 45 Jahre verhindert. Der Besatzungswechsel erfolgte am 1. bzw. 2. Juli 1945.

Stand: 03.01.2026

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Historisches Bildmaterial - Gedenktafel – Befreiung Leipzigs durch die US-Armee

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