Foto: Leipzig - Pavillon der Hoffnung - Halle 14

Pavillon der Hoffnung – Halle 14

Puschstraße 9 / Alte Messe | Ortsteil: Zentrum-Südost
Inhalt des Beitrags
Audiobeitrag: Pavillon der Hoffnung – Halle 14

In welchen Räumen sich DDR-Staatschef Erich Honecker und der damalige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß genau getroffen haben, ist nicht detailliert überliefert. Dass sie sich in der ehemaligen Messehalle 14 auf der heutigen Alten Messe begegnen, ist naheliegend. Die ist für die DDR ein Prestigeobjekt. Schließlich wird die Halle für den volkseigenen Betrieb Carl Zeiss Jena – damals Weltmarktführer – als Messehaus errichtet. Deshalb hat die Partei- und Staatsführung der DDR weder an Architektur noch an hochwertigen Materialien gespart. Ausgestellt sind dort Mikroelektronik, Optik und Feinmechanik. Heute ist die denkmalgeschützte Halle 14 der Sitz des Vereins Pavillon der Hoffnung in Leipzig, der ein ökumenisches Zentrum mit ganztägiger Familien- und Kinderbetreuung sowie die christliche August-Hermann-Francke-Grundschule betreibt.

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Fotogalerie - Pavillon der Hoffnung – Halle 14

Repräsentative Bauten für Schaufenster Messe


Die Geschichte des Alten Messegeländes beginnt mit der
Internationalen Baufach-Ausstellung (IBA) am 3. Mai 1913. Bis Oktober 2013 demonstrieren dort die Bauindustrie und das Bauhandwerk, wissenschaftliche Einrichtungen sowie Fachverbände ihre Leistungsfähigkeit. Das Gelände wird von der Leipziger Messe ab 1920 dauerhaft genutzt. Grund dafür ist der Platzmangel in den Messehäusern der Innenstadt. Schon bis 1928 entstehen unweit des Völkerschlachtdenkmales 17 Hallen für die Technische Messe und die Baumesse. Für die DDR wird das Gelände schnell ein internationales Schaufenster, um die Leistungsfähigkeit ihrer Industrie zu demonstrieren.

Ab 1977 entstehen sechs neue Sonderbauten, die mit hohem Anspruch errichtet werden und von denen einige inzwischen unter Denkmalschutz stehen. „Zu ihrer Entstehungszeit haben sie nicht unbedingt breite Emotionen ausgelöst“, sagt Leipzigs Baubürgermeister Thomas Dienberg bei der Eröffnung des Tages des offenen Denkmals im September 2024. Dennoch gebe es „erstklassige Beispiele für die Architektur jener Zeit, die es zu schützen gilt“.

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Repräsentative Halle für Carl Zeiss Jena


Die Halle 14 wird zwischen 1982 und 1986 im Auftrag des VEB Carl Zeiss Jena erbaut. Dafür wird ein prominenter Platz gefunden. Dieser liegt zwar nicht an der Hauptachse. Dafür in Nachbarschaft der Messehalle 16 mit ihrer mächtigen Kuppelhalle, die nach ihrem Architekten
Wilhelm Kreis auch Kreis’scher Bau genannt wird und heute als H16 Eventpalast Leipzig betrieben wird. Das ist die älteste Messehalle auf dem Gelände.

Beauftragt mit dem Neubau wird das polnische Architekturkollektiv Projektowo aus Krakau. Es entwirft eine 46 Meter lange und 36 breite stählerne Halle, die mit Verwaltungs- und Lagerräumen verbunden ist. Dafür sind Typenbauteile verwendet worden, aber auch individuell gefertigte Materialien. Das Erdgeschoss steht auf Stützen, ist im Eingangsbereich überwiegend verglast. Die Fassade aus Waschbetonplatten mit grobkörnigen Kieselanteilen ist terrassiert und stellenweise abgekantet und mit Fensterbändern aus getönten Scheiben aufgewertet.

Die Innenarchitektur mit einem hellen Foyer, Treppenhäusern und drei Salons ist aufwändig gestaltet. Der Besucher kommt auf einem hochwertigen, geschliffenen Natursteinboden ins Foyer. Es gibt eine für die DDR typische monolithische Gipsdecke. Die Salons tragen heute die Namen Hannover, Herzliya und Krakau – nach Partnerstädten Leipzigs. Der Salon Hannover ist repräsentativ – mit Holzvertäflung, verschieden geformten Decken, Spiegelelementen, Lampen mit Glaskolben sowie einer original erhaltenen Bar. Das DDR-Unternehmen will hier vorteilhafte Geschäftsabschlüsse machen. Die Räume sind ein Zeitzeugnis jener Jahre.

Ein ökumenisches Begegnungszentrum für alle


Bei der Halle 14 ist sichtbar, so betonen Experten, wie die Technische Messe in den 1970er und 1980er Jahren baulich im Sinne der späten Moderne überformt wird. Hausherr ist heute der Verein Pavillon der Hoffnung. Er hat das markante Gebäude gekauft, weil die Räume für
die Andreasgemeinde in der Südvorstadt nicht mehr ausreichen. Die repräsentative einstige Ausstellungshalle wird für Gottesdienste und viele andere Veranstaltungen genutzt. Neben der August-Hermann-Francke-Grundschule gibt es im Pavillon das Kulturwerk M14, Café & Pension Alte Messe, sechs internationale Gemeinden, einen Indoor-Kinderspielplatz, einen internationalen Gebetsraum, eine Kleiderkammer, ein Spendenlager sowie das Café Hoffnung. Der Verein ist ein Ort des Miteinanders. Motto: Jeder ist willkommen!

Stand: 05.10.2024

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Historisches Bildmaterial - Pavillon der Hoffnung – Halle 14

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