Foto: Leipzig - Befreiung Leipzigs durch die US-Armee - 18. April 1945

Befreiung Leipzigs durch die US-Armee – 18. April 1945

Leipzig
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Audiobeitrag: Befreiung Leipzigs durch die US-Armee – 18. April 1945

Einen entschiedenen Versuch, Leipzig zu verteidigen, haben die NS-Machthaber im April 1945 nicht mehr unternommen. Viele Deutsche hissen bereits weiße Fahnen – doch es gibt an mehreren Stellen im Stadtgebiet Menschen, die sich verschanzt haben und bis zum letzten Blutstropfen kämpfen oder zumindest kämpfen sollen. Das Nazi-Regime rekrutiert die männlichen Einwohner von 16 bis 60 Jahren für ein letztes Aufgebot – den Volkssturm. Die US-Army erreicht Leipzig am 18. April 1945 und befreit die Stadt vom Nationalsozialismus.

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Fotogalerie - Befreiung Leipzigs durch die US-Armee – 18. April 1945

Wenige Tage später, am 8. Mai 1945, endet der Zweite Weltkrieg mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht. In DDR-Geschichtsbüchern wird die Befreiung Leipzigs durch die US-Amerikaner allerdings verschwiegen. Die findet darin erst durch die die Ankunft der Roten Armee am 2. Juli 1945 statt. Mit der Übergabe an die Rote Armee gemäß den Vereinbarungen von Jalta nimmt jedoch der demokratische Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg ein jähes Ende. Es beginnt der Aufbau einer kommunistischen Diktatur unter sowjetischer Vorherrschaft.

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Der 18. April 1945 ist ein entscheidender Tag in der Geschichte Leipzigs. Die 2. Infanteriedivision der US-Army erobert an jenem Tag die Stadt von Westen her, die 69. Infanteriedivision rückt von Süden und Osten nach Leipzig vor. Auf ernsthaften Widerstand treffen die Amerikaner lediglich an drei Punkten – am Hauptbahnhof, am Neuen Rathaus sowie am Völkerschachtdenkmal.

Zu Gefechtshandlungen kommt es ebenfalls am Elsterbecken. Im Bereich der Zeppelinbrücke stoßen die Amerikaner auf erbitterten Widerstand der Deutschen. Nach zwei Stunden können sie die Brücke sichern. Als alles bereits vorbei scheint, fällt ein einzelner Schuss und trifft einen der amerikanischen Maschinengewehrschützen auf dem Balkon des Gebäudes in der Jahnallee (damals: Frankfurter Allee 39), das später als Capa-Haus in die Leipziger Geschichte eingeht. Den Tod des 21-jährigen US-Soldaten Raymond J. Bowman hat der berühmte Fotograf Robert Capa festgehalten. Die Ausstellung „War is over“ im Capa-Haus erinnert daran.

Am Felsenkeller erlangt ein Hitler-Junge traurige Berühmtheit, als er einen amerikanischen Panzer mit einer Panzerfaust trifft und die Besatzung tötet. Der Panzerfaustschütze wird von einem nachfolgenden Tankfahrzeug getötet. An das tragische Ereignis erinnert seit 2022 das Memorial am Felsenkeller.

Die Amerikaner beziehen im Geschäftshaus der Alten Leipziger Feuerversicherung (heute: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“) am Innenstadtring Quartier und richten dort ihr Hauptquartier sowie kurzzeitig die Alliierte Militärregierung ein. Die Militärregierung erlässt hier zahlreiche Verordnungen und Proklamationen. Diese regeln beispielsweise die Sperrstunde, verbieten die Herausgabe von Zeitungen sowie das Benutzen von Fotoapparaten.

Im Neuen Rathaus wird die offizielle Kapitulationserklärung durch Polizeichef Wilhelm von Grolmann unterzeichnet. In den Amtsstuben finden die Amerikaner die Leichen verschiedener Familien von NS-Hauptverantwortlichen, die ihrem Leben zuvor selbst ein Ende gesetzt haben. Zu ihnen gehört der Leipziger Oberbürgermeister Alfred Freyberg sowie Stadtkämmerer Kurt Lisso.

Trotz Kapitulation sind die Kämpfe an diesem Tag noch nicht zu Ende. Kampfkommandant Oberst Hans von Poncet hat sich mit etwa 300 Soldaten, Volkssturmmännern, Hitlerjungen und SS-Angehörigen im Völkerschlachtdenkmal verschanzt. Am Abend des 18. April 1945 wird eine amerikanische Panzerkampfgruppe vom Denkmal aus beschossen. Ein erster Angriff kostet etliche Amerikaner das Leben.

17 US-Soldaten werden von der Denkmalsbesatzung gefangen genommen. Das hindert die Amerikaner daran, Flammenwerfer gegen das Denkmal einzusetzen. Sie beschließen, den festungsartigen Koloss sturmreif zu schießen. Am 20. April 1945 gehen die Kämpfe zu Ende. Eine der schweren Granaten durchlägt das große Rundbogenfenster auf der Rückseite des Denkmals. Es schlägt neben der „Volkeskraft“ ein, einer von vier in Stein gemeißelten germanischen Tugenden in der Ruhmeshalle. Gegen 2 Uhr am 20. April 1945, Adolf Hitlers letztem Geburtstag, ergibt sich die Besatzung des Völkerschlachtdenkmals.

Eine weiße Flagge am Denkmal wird Symbol für das Ende des Zweiten Weltkrieges in Leipzig. Die Soldaten und Volkssturmmänner werden auf Laster verladen und in eines der Sammellager für Kriegsgefangene gebracht. Die Hitlerjungen werden zumeist nach Hause geschickt.

Stand: 16.04.2025

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Historisches Bildmaterial - Befreiung Leipzigs durch die US-Armee – 18. April 1945

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