Foto: Leipzig – Messemännchen

Messemännchen

Messe Allee 1 | Ortsteil: Seehausen
Inhalt des Beitrags
Audiobeitrag: Messemännchen

Die Pfeife ist weg. Das Messemännchen raucht nicht mehr. Oder zumindest seltener. Die Leipziger Messe hat ihrem markanten Markenbotschafter, der seit mehr als sechs Jahrzehnten Besucher aus aller Welt empfängt, ein verändertes Aussehen verpasst. Der kleine Handlungsreisende soll ein offenes, modernes und familienfreundlicheres Erscheinungsbild bieten. Vor allem bei seinen Einsätzen als animierte Figur sowie in den sozialen Medien. 

Die Figur bleibt sich dennoch treu: Globuskopf, blauer Anzug und das Doppel-M auf dem Hut sind seine Markenzeichen. Nach wie vor steht das Messemännchen für die Tradition des Handelsplatzes Leipzigs und eine ganz besondere Verbindung zwischen Messe und Stadt. Die neuen Versionen blicken inzwischen netter drein. Auf Plakaten und bei Animationen. Freudestrahlend lässt das Messemännchen schon mal einen Globus auf dem Finger kreisen. Gänzlich wird ihm die Pfeife aber nicht weggenommen. Gelegentlich raucht das Messemännchen noch.

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Fotogalerie - Messemännchen

Erster Auftritt zur Frühjahrsmesse 1965


Erstmals verkauft wird das Messemännchen anlässlich der Frühjahrsmesse 1965.
Gerhard Behrendt, Puppengestalter aus Berlin, hat die Figur entworfen. Von ihm stammt ebenfalls das beliebte Sandmännchen. Beide sind sich schon im Abendgruß des DDR-Fernsehens begegnet, wie in einer Sandmännchen-Ausstellung des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig im Herbst/Winter 2025 beleuchtet wird. Das erste Mal hat das Sandmännchen das Messemännchen 1965, chauffiert in einem Robur-Omnibus aus Zwickau, besucht. Damals feiert die Messe ihre 800-Jahr-Feier. 

Das Leipziger Messeamt gibt die Figur in Auftrag. Es stellte sich „eine bewegliche, künstlerisch gestaltete Puppe, die als Werbeträger die Messestadt Leipzig als zentrale Drehscheibe im damaligen Ost-West-Handel repräsentiert“ vor. Entstanden ist ein freundlich lächelnder Handelsreisender. Dieser hält eine Aktentasche in der Hand. Auf seinem Weltkugel-Kopf trägt er einen blauen Hut. Auf diesem und der Aktentasche ist das Doppel-M abgebildet. Erich Gruner hat das Doppel-M erfunden. Seit 1917 ist es das offizielle Logo der Leipziger Messe.

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Werbefigur aus der DDR überlebt


Der kleine Messebotschafter ist nun schon seit sechs Jahrzehnten im Einsatz. Er ist die einzige Werbefigur aus der DDR, die bis heute noch genutzt wird. Bis zum Ende der DDR sind nach Angaben der Leipziger Messe mehr als 400.000 Exemplare produziert worden. Nach der
Friedlichen Revolution gibt es eine Unterbrechung. In den 1990er Jahren verschwinden zunächst viele Figuren aus der DDR-Zeit im Schatten der deutschen Einheit. Das Messemännchen gerät in Vergessenheit. Viele halten es für überholt, zumal Leipzig seinen Messekalender mit Fachmessen und Kongressen Anfang der 1990er Jahre ohnehin neu aufstellen muss.

Doch immer mehr Aussteller und Besucher fragen, was aus der freundlichen Werbefigur geworden ist? Und wünschen sie sich zurück. Das Comeback passiert 2004 auf der Messe Auto Mobil International (AMI). In der Glashalle der Leipziger Messe steht inzwischen eine modernisierte Nachbildung der Kultfigur.

Ein beliebtes Fotomotiv


Schnell erobert sich das Messemännchen wieder die Herzen vieler Aussteller und Messebesucher. Und die Auftritte des Messemännchens beim
Leipziger Stadtfest, bei der Leipziger Markt Musik oder bei Sportveranstaltungen sind ebenso wie die auf dem Gelände im Leipziger Norden nicht wegzudenken. Viele nutzen die Chance, sich mit dem sympathischen Werbeträger fotografieren zu lassen. Und vielen ist es schlicht egal, ob nun mit oder ohne Pfeife.

Stand: 30.11.2025

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Historisches Bildmaterial - Messemännchen

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Fotograf, Projektleiter und Initiator „Herzkampf“, Gewinner Leipziger Marketingpreis 2025 | geb. Dezember 1984 in Leipzig

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