Mindestens genauso beliebt im Sommer wie die unzähligen Parks und Seen in und um Leipzig sind auch die Trinkwasserbrunnen, deren Anzahl seit den letzten Jahren kontinuierlich zunimmt. Die Edelstahlsäulen betten sich neben Fahrradständern und Pollern unauffällig in Leipzigs Stadtbild ein.
Trinkwasser für Jedermann
Seit 2017 wird in Leipzig die Idee verfolgt, frisches Trinkwasser an öffentlichen Orten zur Verfügung zu stellen. Die Leipziger Wasserwerke nehmen dafür jedes Jahr zwei neue Trinkwasserbrunnen auf, wodurch der Zugang flächendeckend gewährleistet werden soll.
Die meisten der Edelstahlsäulen verfügen über einen Knopf an der Rückseite, durch dessen Bedienung vorne ein hoher Bogen frisches Wasser sprudelt. Sie gehen auch in bestimmten Abständen von allein los, um sich selbst zu reinigen. Darüber hinaus werden sie ebenfalls regelmäßig gewartet und die Wasserqualität dauerhaft überprüft. Um jedoch ein Gefrieren zu verhindern, werden die Trinkwasserbrunnen in den Monaten November bis März abgestellt und winterfest gemacht. Die Leitungen werden entleert. Der Wiener Brunnen in der Petersstraße erhält zudem eine schützende Behausung. Bei ihm handelt es sich um den ersten Brunnen mit Trinkwasser. Die Stadt Wien schenkte ihn im Jahr 1999 der Stadt Leipzig. Zunächst befand sich der Brunnen an der Hainspitze, dem heutigen Standort des Kaufhauses Primark. Er wurde vom Wiener Künstler Hans Muhr gefertigt und verfügt über drei Ebenen mit ununterbrochen fließendem Wasser. So können Hund, Vogel und Mensch sich gleichzeitig erfrischen.
Neben diesem ersten öffentlichen Brunnen stehen dutzende weitere Trinkwasserbrunnen in und um die Stadt Leipzig verteilt. In der Innenstadt finden sich zum Beispiel in der Katharinenstraße vor der Tourist-Information Leipzig und auf dem Kurt-Masur-Platz weitere Erfrischungen. Anlässlich der Fußball-Europameisterschaft wurde im Juni 2024 ein großer Trinkwasserbrunnen namens „Brunno“ aufgestellt. Es war Leipzigs 24. Trinkbrunnen. Er bot den Fans und Besuchern während der UEFA EURO 2024 eine gute Erfrischungsmöglichkeit, die reichlich genutzt wurde und in den nächsten Jahren auch bei anderen Veranstaltungen zur Verfügung steht. Am EM-Brunnen gibt es sogar eine Trink-Möglichkeit für Hunde.
Im Osten warten am Neustädter Markt, an der Schönefelder Allee, im Lene-Voigt-Park, am Grünen Bogen in Paunsdorf, am Markt in Taucha sowie in Borsdorf Brunnen mit frischem Nass. Durstige im Norden der Stadt werden am Anger in Gohlis, im Arthur-Bretschneider-Park und im Park in Möckern fündig. Im Westen sind die Brunnen auf dem Lindenauer Markt, dem Karl-Heine-Platz, in der Alten Salzstraße und am Eingang des Markranstädter Strandbads zu finden. Im Süden der Stadt erstrecken sich die Standorte von der Windorfer Straße über das Völkerschlachtdenkmal, den Cospudener See, die Rathausstraße in Markkleeberg, den Generationenpark Großpösna, den Markt in Zwenkau bis nach Naunhof.
Der 30. Trinkwasserbrunnen wurde am 4. April 2025 am Westufer des Auensees durch Bürgermeister Heiko Rosenthal sowie Mario Hoff und Kerstin Schultheiß (Leipziger Wasserwerke) in Betrieb genommen. „Mit dem kontinuierlichen Ausbau des Trinkbrunnennetzes erfüllt die Stadt ihren Auftrag aus dem Wasserhaushaltsgesetz, das Kommunen verpflichtet, an geeigneten öffentlichen Orten Trinkwasser bereitzustellen“, sagte Heiko Rosenthal anlässlich der Eröffnung und ergänzte: Wir wollen versuchen, in möglichst allen Stadtbezirken unter anderem im Sinne der Hitzeprävention weitere Trinkbrunnen zu errichten und dabei gut frequentierte Straßen, Plätze oder Anlagen aufwerten. Mit den Wasserwerken verfügen wir dafür über einen Praxispartner mit viel Erfahrung beim Bau und Betrieb der Anlagen“.
Trinkwasserqualität und nachhaltige Infrastruktur
Auch zukünftig übernehmen die Wasserwerke die Montage der Brunnen sowie regelmäßige Beprobungen und Wartungen. Die Brunnen sind direkt an das Leipziger Trinkwassernetz angeschlossen, so dass auf Knopfdruck während der frostfreien Zeit von April bis Oktober immer bestes Trinkwasser zur Verfügung steht.
Wer gezielt nach Trinkwasserbrunnen in Leipzig sucht, kann eine Erfrischungskarte nutzen, die vom Amt für Umweltschutz erstellt wurde. Sie liefert auch Informationen zu schattigen Plätzen und Sitzplätzen in kühleren öffentlichen Gebäuden, die vor heißen Temperaturen etwas schützen. Eingetragen sind auch Freibäder, Hallenbäder, Wasserspielplätze sowie Kirchen und Friedhöfe, die Schatten spenden (www.leipzig.de/hitzetipps).
Leipzigs Brunnengeschichte
Neben den neueren Brunnen aus Edelstahl fallen aufmerksamen Beobachtern auch die historischen Handschwengelpumpen aus der Gründerzeit auf, die ebenfalls noch im Stadtbild zu finden sind. Einst standen 282 dieser Pumpen in Leipzig. Ab den 1920er Jahren verloren sie jedoch durch den Ausbau des Trinkwassernetzes an Bedeutung. Heute sind neben 30 nicht restaurierten Pumpen auch 30 restaurierte Pumpen zu finden, die oft reich verziert sind. Einige von ihnen geben sogar noch Wasser, das jedoch nicht zum Trinken geeignet ist. Die Stiftung „Ecken wecken“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte zu wahren und eine Karte erstellt. Diese zeigt, wo die historischen Pumpen zu finden sind und in welchem Zustand sie sich befinden.
Funde von Holzbalken gaben außerdem Aufschluss über die Geschichte der Trinkwasserbrunnen in Leipzig. So konnten Archäologen mit Hilfe von ihnen belegen, dass Leipzigs Brunnen die ältesten Holzbauwerke der Welt sind. Sie datierten die Fundstücke auf 5206 bis 5098 v. Chr. Die Schächte wurden vermutlich von den ersten Bauern konstruiert.
Stand: 25.05.2025














