Der Zeitpunkt ist perfekt: Sieben junge Komodowarane aus eigener Nachzucht sind gerade geschlüpft, als der Zoo Leipzig am 27. September 2025 sein Terrarium wiedereröffnet. Die Nachzucht dieser bedrohten Echsenart ist europaweit eine Seltenheit. Denn die Weibchen brauchen besondere Bedingungen, damit sie Eier legen. Diese werden im Gondwanaland simuliert, in dem die „alten“ Komodowarane leben. Jungtiere müssen von ihnen getrennt werden, damit sie nicht gefressen werden. Sie finden im Terrarium beste Voraussetzungen.
Ein Denkmal voller moderner Technik
Deshalb wundert es nicht, wenn Zoodirektor Jörg Junhold das runderneuerte Terrarium aus dem Jahr 1913 den ersten Besuchern bei der Eröffnung voller Stolz präsentiert. „Ein Denkmal mit modernster Technik“, sagt er. Damit ist der Gründergarten wieder komplett. Das Gebäude wird 1913 nach Plänen des Baurates Anton Käppler erbaut, die Fassade gestaltet Rolf Saudek. Hinter dieser denkmalgeschützten Fassade wird das Gebäude komplett neu aufgebaut (Kosten: 7 Millionen Euro).
Ein neugeschaffener Rundgang gliedert das Terrarium fortan an das Aquarium an. Die Zoo-Besucher gelangen vom Süßwasserbereich an Land, also ins Terrarium. Damit soll erzählt werden, wie die Lebewesen aus dem Wasser ans Land gekommen sind. Jene nahtlose Verbindung zwischen den Tierbereichen und der Landschaft wird in der Zoo-Fachwelt als „Landscape Immersion“ bezeichnet. Jene Natursimulation soll den natürlichen Lebensraum der Tiere so authentisch wie möglich widerspiegeln.
Viel Licht durch neues Glasdach
Das Terrarium ist mit moderner Technik ausgestattet. Dazu gehören LED-Beleuchtung, unsichtbare Heizelemente, automatische Beregnungs- und Befeuchtungsanlagen sowie UV-Beleuchtung an Plätzen, an denen sich die Tiere besonders wohlfühlen. Das neue Glasdach mit Thermoverglasung lässt viel Licht hinein. Nebeldüsen versprühen winzige Wassertropfen und sorgen somit für hohe Luftfeuchtigkeit.
Die Temperatur beträgt etwa 25 Grad. Die Schaugehege wirken durch die durchgehende Glasfront größer und eleganter. Im großen Wasserbecken leben Stumpfkrokodile. Wer möchte, kann Kobras, Buschmeistern und Klapperschlangen bis auf wenige Zentimeter Abstand nahe kommen. Freilaufende Geckos sind im tropisch warmen Haus ebenfalls unterwegs. Aber auch Jamaika-Leguane, Mississippi-Alligatoren, Strahlenschildkröten, Querzahnmolche und viele andere Tiere gibt es im Terrarium zu entdecken. Darunter sind seltene Arten, die über Artenschutzprogramme des Netzwerks Citizen Conservation erhalten werden. Erläutert wird auch, wie Privatpersonen hochbedrohte Arten vor dem Aussterben schützen können.
Stand: 20.11.2025














