Nach dem Sportbad an der Elster belegt sie Jahr für Jahr Platz 2 im Ranking der beliebtesten Bäder in Leipzig. Die „Grünauer Welle“ öffnet am 20. März 1999 für Badegäste. Bis es dazu kommt, muss allerdings ein langer Weg zurückgelegt werden. Schon in den 1980er Jahren gibt es erste Pläne, für das Neubaugebiet Grünau eine eigene Schwimmhalle zu bauen.
Die Großsiedlung entsteht ab 1976. Doch der Startschuss für den Bau einer Halle fällt immer wieder ins Wasser. Bis das Vorhaben realisiert wird, vergehen nahezu zwei Jahrzehnte. Erst 1996 wird für das Areal an der Stuttgarter Allee ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, den das Büro Behnisch, Behnisch & Partner (Stuttgart / Leipzig) gewinnt. Bauherr ist das Sport- und Bäderamt der Stadt Leipzig, aus dem später das kommunale Unternehmen Sportbäder Leipzig hervorgeht. Der Grundstein für das Freizeitbad wird im Dezember 1997 gelegt.
Drei angeschwemmte Schollen auf dem Dach
Es soll bewusst anders aussehen als die klassischen Schwimmhallen vom Typ Anklam, die das Bild dieser Sportstätten in Leipzig seit den 1970er Jahren bestimmen. Gewünscht ist zudem ein Kontrast zu den bestehenden Plattenbauten in Grünau. Nach der Friedlichen Revolution ziehen viele Menschen von dort weg. Die Stadt beginnt damit, die Infrastruktur des nach der Wende vernachlässigten Stadtteils Grünau aufzuwerten. Die Architektur des Neubaus, sagt der damalige Leipziger Planungschef Engelbert Lütke Daldrup bei der Grundsteinlegung, soll „einen Kontrapunkt zur strengen baulichen Gestaltung Grünaus setzen“.
Als Grundriss für das Gebäude wählen die Architekten die Form eines Polygons, also eines Vielecks. Das Holzdach vermittelt den Eindruck, als ob drei Schollen angeschwemmt werden. Am Gebäude dominieren Stahlbeton und Glasfronten. Auf dem Dach sind sogenannte Solarabsorber installiert, die der Beheizung des Badewassers dienen. Damit kann der Fernwärmebedarf verringert werden.
Rutsche, Strömungskanal und Sportbecken
Die Freizeitstätte lädt in ein 25-Meter-Sportbecken mit sechs Bahnen ein. Daneben gibt es einen Freizeitbereich mit verschiedenen Flachwasserbecken, einem Strömungskanal, einer großen Rutsche sowie einen separaten Kinderbereich. Alle Becken sind aus Edelstahl, die Wasserfläche wird insgesamt mit 668 Quadratmetern angegeben. Darüber hinaus gibt es einen Saunabereich. Wer gern ins Schwitzen gerät, kann zwischen einer finnischen, einer Niedrigtemperatur- und einer Dampfsauna wählen. Die „Grünauer Welle“ ist für etwa 400 Besucher ausgelegt.
Ursprünglich soll die Schwimmhalle im Mai 1998 öffnen. Doch es gibt Probleme mit der Finanzierung. Die Stadt plant sechs Millionen Mark Fördermittel ein, die dann doch nicht bewilligt werden. Das fehlende Geld wird schließlich aus den Vergleichszahlungen des Energiekonzerns RWE an die Stadt bereitgestellt. Der Bau des Gebäudes kostet etwa 25,5 Millionen D-Mark. Angebadet wird mit fast einem Jahr Verzögerung am 20. März 1999.
Mittlerweile haben die Sportbäder Leipzig für Reparaturen am Sport- und Freizeitbad nahezu 1,5 Millionen Euro investiert. Kassensystem, Schränke, Mess- und Steuerungstechnik werden ebenso modernisiert wie der Sanitärbereich sowie die Duschanlagen. Die „Grünauer Welle“ wird auch für den Vereins- und Schulsport genutzt.
Stand: 23.05.2024














